Pura Vida! Das „pure/reine Leben“ – diese Phrase wird in vielen unterschiedlichen Situationen verwendet. Ob zur Begrüßung, als anerkennende Bestätigung oder einfach nur so. Eine Lebenseinstellung unter den Einheimischen. Auch wir passen uns schnell an unsere Umgebung an und genießen sie in vollen Zügen. Und weil es hier so heiß ist und wir natürlich viel lieber im Wasser sind, werden wir uns in diesem Artikel eher kurz halten, uns mit ausschmückenden Erklärungen ein wenig zurückhalten und lieber die Bilder sprechen lassen. :-)

12 wunderbare Tage verbringen wir in Costa Rica – wenn es nach den Einheimischen geht, dann im schönsten Land von Zentralamerika. Costa Rica wird auch als die Schweiz in Mittelamerika bezeichnet. Ja, in der Tat: es ist teurer als wir gedacht haben und somit geht unser Plan, in Mittelamerika viel Geld zu sparen, nur mittelmäßig gut auf.

Wir starten in der Hauptstadt San José, wo sich gleich zu Beginn zwei Taxifahrer um uns als Kundschaft prügeln – man kann es ihnen nicht verdenken 😉 und erwarten uns nichts von der Stadt, da wir schon mehrmals zuvor gehört haben, sie sei nichts besonderes. Das können wir nun hiermit bestätigen, obwohl wir mit unserem netten Airbnb Guesthouse „Casa 69“ einen guten Start haben. Wir bekommen das größte und schönste Zimmer des Hauses und haben pro Person ein Doppelbett zur Verfügung. Nach einem typischen Essen in Costa Rica (was zum Großteil aus ihrem geliebten Gallo Pinto = Reis mit Bohnen besteht), beschließen wir schnell weiterzuziehen.

La Fortuna ist unser nächster Stopp. Mit einem der öffentlichen Busse passieren wir über einige Stunden lang unpräparierte, kurvige und steile Hügel – einen nach dem anderen. Mit wunderschöner Aussicht bewegen wir uns stundenlang auf Schotterpisten anstatt asphaltierter Straßen. Natürlich bei vollem Speed, ein Wunder, dass die Busse das aushalten – so geht Busfahren in den Bergen von Costa Rica. Nur einmal stoppen wir um die Reifen zu überprüfen und fehlende Luft aufzufüllen. Panisch beobachten wir ständig unser Gepäck – zu oft werden wir gewarnt, dass dies gerne geklaut wird, sobald der Bus zum stehen kommt. Noch ist nichts passiert, aber wir bleiben weiter auf der Hut. La Fortuna wurde in den 60er Jahren zu einem netten Touristenstädtchen, da beim Ausbruch des Vulkans Arenal 1968 alles rundherum zerstört wurde, bis auf eben La Fortuna = Das Glück.

Daher der Name. So beherbergt das Städtchen nun alle Vulkanlustigen, die sich den Hausvulkan Arenal genauer anschauen wollen. Und uns natürlich auch – im Indian Guesthouse, das wir über Airbnb buchen, und das wir, weil Low Season ist, ganz für uns alleine haben.

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Früh am nächsten Morgen treffen wir unseren jungen, sehr kenntnisreichen Guide für den Cerro Chato.

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Das ist der benachbarte, inaktive Vulkan von Arenal, mit einem Kratersee am Gipfel. Den Vulkan Arenal zu besteigen ist verboten – es wird sogar die Legende an die Touristen verbreitet, dass die Gase toxisch seien und man sterbe, sobald man diese einatmet. Das stimmt zwar nicht, dennoch ist es aufgrund der Gegebenheiten gefährlich als nicht Einheimischer da hochzulaufen. Der Cerro Chato soll ebenso ein anspruchsvoller Aufstieg durch den Regenwald sein, dementsprechend packen wir unsere Rucksäcke und wählen unser Schuhwerk. Man würde meinen, dies wäre für alle eine Selbstverständlichkeit. Nicht für die Mexikanerin, die sich eher für eine Shoppingtour rüstet: Handtäschchen, Leinenschuhe und naja, zumindest eine Flasche Wasser, die für die Handtasche allerdings zu groß ist. Zu Beginn trägt sie die Tasche noch ganz ladylike um ihr Handgelenk, ne halbe Stunde später ist sie schon von oben bis unten voller Schlamm und schnallt sich das Ding wie einen Rucksack auf den Rücken.

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Über Wurzeln, Lianen und Matsch erreichen wir den Gipfel und sind hin und weg – wie oft schwimmt man schon in einem Vulkansee? Unser absolutes Highlight in Costa Rica! Auch haben wir das Glück zu den 10 Prozent zu gehören, die den Vulkan Arenal so nah und ohne Nebeldecke sehen! Yeah!

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Aber noch ist der Tag jung, denn nach dem Abstieg, einem Wasserfall und nochmal einen traumhaften Blick auf Arenal geht es im Dunkeln zu den Hot Springs. Bei 42 Grad Wassertemperatur genießen wir den Abend und werden mit Drinks verwöhnt.

Am nächsten Tag brechen wir auf nach Monteverde. Hier soll es massenhaft exotische Tiere geben und da die meisten nachtaktiv sind, gehen wir ebenfalls nachts raus. Und siehe da, bei strömenden Regen entdecken wir sie alle: Faultiere, Schlangen, Frösche, Taranteln, …

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Gleich morgens sind wir mit Marie verabredet, einer Französin, die wir in La Fortuna kennen gelernt haben. Mit zwei weiteren Leuten aus ihrem Hostel fahren wir mit dem Bus zum Santa Elena Cloud Forest. Sacha aus Quebec City und Anne aus Cleveland.

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Sacha wächst uns schnell ans Herz und fortan reisen wir zu dritt weiter. Marie muss leider zurück nach Frankreich, die Arbeit ruft. Sacha ist schon seit vier Monaten unterwegs. Vom Osten Kanadas bis in den Westen der USA bewegt er sich per Anhalter. Er campt wild, couchsurft und ist wirklich low, low budget unterwegs. In den nächsten Tagen lernen wir noch sparsamer zu reisen und Tobi und Sacha werden zum perfekten, knallharten Verhandlungsduo, wenn es um Zimmerpreise und Co. geht.

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Wir finden ein wunderbares Hostel in dem nächsten Städtchen Jacó und ziehen in ein Dreibettzimmer. Früh morgens gehen wir am Strand Joggen, später leihen wir uns Surfbretter aus und Sacha gibt uns einen Crashkurs im Wellenreiten. Wir sind semierfolgreich, aber der Surf-Virus hat uns definitiv gepackt.

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Wir machen Acro Yoga am Strand, Wellenhüpfen-Workout, kochen gemeinsam Pasta und genießen das Leben. Am letzten Tag entdecken wir im Hinterhof des Hostels sogar eine eigene Kaffeerösterei. Ein Familienbetrieb, handverlesen und mit Liebe zubereitet. Mit Abstand der beste Kaffee der Stadt und definitiv einer der besten, den wir je getrunken haben.

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Weiter geht es am nächsten Tag nach Manuel Antonio und zum gleichnamigen Nationalpark, der uns von allen Seiten wärmsten empfohlen wird. Die Tiervielfalt soll atemberaubend sein. Zu dritt machen wir uns also auf und nehmen den nächsten Bus dorthin. Wie es der Zufall so will, treffen wir die nächste Kanadierin, die sich uns anschließt. Kanada verfolgt uns offensichtlich :-) Wir kommen in ein Hostel, von einem Deutschen geführt und Tobi und Sacha verhandeln wieder was das Zeug hält. Aber der Deutsche bleibt hart. Keine Chance – da hilft es auch nicht, dass wir so lange in seinem Heimatland gelebt haben. Im Nationalpark kommen wir wieder voll auf unsere Kosten – es lohnt sich, dass wir am Tag zuvor vereinbart haben, während der Wanderung möglichst wenig zu reden, um keine Tiere zu verjagen. Wir sehen wieder Schlangen, Affen, Waschbären und jede Menge Kleinvieh. Was man beim Backpacking schnell bemerkt: man trifft die Leute aus dem Bus, den Hostels oder aus dem Restaurant immer wieder – ohne sich zu verabreden wohlgemerkt. Dann plötzlich, vor einer Erklärungstafel, stehen plötzlich Chile und die Schweiz wieder vor uns. Ein Pärchen, das wir auf einer Busfahrt kennen lernen: Nicolas (Chile) und Anita (Schweiz). Von da an ist es aus mit der Ruhe, wir erkunden den Nationalpark im Sechstett.

Traumhafte Strände, tolle Tierwelt – es lohnt sich!

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Am nächsten Tag haben wir genug von dem Gestank in unserem Hostel und ziehen in den nächsten Ort, wo Chile und Schweiz untergekommen sind. Dieses Hostel hat einen Pool und es fühlt sich an wie purer Luxus für nur 11 Dollar die Nacht.

Nach 10 Tagen an der Pazifikküste wollen wir aber endlich an die Karibikküste und den Flair der Karibik spüren. Tatsächlich, in Puerto Viejo merken wir schon, dass die Uhren hier anders ticken. Reggae-Musik überall und seeeehr entspannte Leute. Im 5er Dorm schlagen wir unser Lager auf und leihen uns Räder für den nächsten Tag, da es wohl in der Umgebung sehr viele Strände zu entdecken gibt.

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In einer vermeintlich guten Bäckerei decken wir uns mit allen möglichen Köstlichkeiten fürs Frühstück ein, suchen uns einen netten Spot am Strand und genießen den frühen Morgen. Leider merken wir schon beim dritten Bissen, dass unsere „Empanada con carne“ mit ein paar kleinen, weißen Würmern versehen ist. Das wars also mit der Romantik. Angeekelt spucken wir den letzten Bissen aus und beschließen der Bäckerei bei unserer Rückkehr einen Besuch abzustatten. Mit der bewährten Verdrängungsmethode überstehen wir den Tag, genießen trotzdem das türkise, klare Wasser und kämpfen abends plötzlich mit so schlimmen Bauchschmerzen, dass wir uns eingestehen müssen, dass Verdrängung doch nicht immer funktioniert.

Aber wir wollten sowieso weiter nach Panama und wie heißt es so schön: „Oh wie schön ist Panama“!