Goodbye Australia, hello Malaysia! Nach zwei Monaten in der Zivilisation, erwartet uns in Asien wieder ein wenig… wie soll man sagen… mehr Ursprünglichkeit.

Mitten in der Nacht landen wir in Kuala Lumpur und lassen uns per Taxi in unser Hostel für die nächsten vier Tage fahren. Eine junge Malayin sitzt am Steuer und chauffiert uns in einem Tempo bis zur Unterkunft, bei dem wir teilweise um unser Leben fürchten. Sie hält sich an keine Geschwindigkeitsbegrenzungen, überschreitet diese um durchschnittlich 50km/h und hantiert währenddessen mit Telefon, Papieren und anderem Kram der auf dem Beifahrersitz liegt.

Aber wir überleben die Fahrt und freuen uns todmüde auf unser Zimmer. Das, wie soll man sagen… eben sehr ursprünglich ist.

Ein Blick ins Badezimmer holt uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Der westliche Standard ist keine Selbstverständlichkeit. Waren wir es jetzt in Neuseeland und Australien gewohnt, theoretisch vom Fußboden der Campingplatz Toiletten essen zu können, fragen wir uns hier, ob dieser Raum überhaupt schon jemals einen Putzlappen gesehen hat. Darüber hinaus ist die Anordnung der Sanitärobjekte, nun ja, eigenwillig gewählt. Unser persönlicher Favorit ist der Abfluss des Waschbeckens. Der läuft nämlich zuerst auf den Badezimmerboden um dann in einem Abflussloch zu verschwinden. Warum der Abflussschlauch nicht direkt hinein fließt, fragt man sich an dieser Stelle. Wir finden keine plausible Erklärung.

Was es aber erklärt ist, warum das Bad von oben bis unten nass ist.

Dazu trägt auch der Duschkopf direkt über der Klomuschel bei. Während man sein Geschäft erledigt, kann man sich nämlich duschen. Eigentlich praktisch, so gesehen. Definitiv eine Marktlücke für den europäischen Markt :-)

Um 6 Uhr sind wir hellwach! Jetlag oder die Vorfreude aufs Badezimmer, wir wissen es nicht genau. Die nächsten zwei Tage steht Sightseeing auf dem Programm. Wir informieren uns bei den Work and Travellern an der Rezeption, die den Laden „führen“. „Führen“ ist vielleicht das falsche Wort, da es eher einer nie enden wollenden Party gleicht. Da wird um 6 Uhr morgens das erste Bier aufgemacht und die zehnte Zigarette geraucht. Und das wahrscheinlich täglich. Von der Stadt haben sie nach vier Monaten noch nicht so viel gesehen, sagen sie. Im Hostel abhängen ist auch einfach viel „cooler“.

Nun gut, wir sind voller Tatendrang und hangeln uns von China Town, über einen wunderschönen Hindu Tempel – zum obligatorischen Frühstückskaffee. In Kuala Lumpur entdecken wir zahlreiche moderne Cafés, die sich an die traditionellen Läden reihen. Muslime, Buddhisten, Hindus, modern, traditionell – in Kuala Lumpur scheint alles zu gehen und dass ganz friedlich. Auch die Einheimischen nennen dies als häufigsten Grund nach der Frage, was sie an ihrem Land besonders mögen. Dass so viele unterschiedliche Religionen friedlich Tür an Tür leben können.

Ein tolles Vorbild für so manch andere Gegenden…

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Wir sind wirklich früh dran und erleben, wie die Stadt nach und nach zum Leben erwacht. Eine schöne Atmosphäre. Wir schlendern gemütlich weiter und merken irgendwann, dass sich dieses Schlendern zu einem ewig langen Marsch entwickelt hat. Sri Mahamariamman und Guan Ti Temple, National Moschee, Planetarium, TV-Channel, KL Sentral inklusive Shopping Centre. Es ist gerade mal 11 Uhr.

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Eine gute Gelegenheit für Tobi in der modernen und riesigen Mall eine Toilette aufzusuchen. Simone beschäftigt sich derweil in einem Klamottenladen. Nach einer halben Stunde kommt er entnervt zurück: offensichtlich genießt der Malaysier die Ruhe im Einkaufszentrum. Denn er sitzt und sitzt und sitzt…

…am liebsten stundenlang auf der sauberen Toilette.

Ist ja hier eher Mangelware. Mittags landen wir in Little India, was perfekt ist, denn wir lieben indisch essen. Hier wird natürlich ohne Besteck und dafür mit der linken Hand gegessen. Die Ursprünglichkeit wird durch das Smartphone in der rechten Hand gebrochen. So anders als bei uns ist es dann auch wieder nicht. Nach dem Essen geht es in den eigens dafür vorgesehenen Waschraum, der sich am hinteren Ende des Restaurants befindet.

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Was darf bei einer Sightseeing Tour in Kuala Lumpur unter gar keinen Umständen fehlen? Natürlich, die Petronas Towers. Die Zwillingstürme waren von 1998 bis 2004 mit 452m das höchste Gebäude der Welt. Ganz schön fortschrittlich die Malayen. Heute sind sie zwar längst vom 828m hohen Burj Khalifa in Dubai überholt worden, aber immerhin sind sie immer noch die höchsten Zwillingstürme der Welt. Ist ja auch was. Und beeindruckend sind die allemal. Die Chromverkleidung glänzt in der Sonne, wir wandern alle möglichen Perspektiven ab und finden sie einfach wunderschön.

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Normalerweise bestellt man sein Eintrittsticket im Internet vor, wir als die super-spontan-lockeren Backpacker, natürlich nicht. Tja, es gibt erst abends wieder Karten. Das haben wir nun davon, aber im Nachhinein auch ein Glück.

Nachts sind die Türme nämlich noch vieeeel beeindruckender und außerdem kriegen wir im 86. Stock auch den Sonnenuntergang zu sehen. Wahnsinn!

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Was uns in der 1,6 Millionen Stadt auf ewig in Erinnerung bleiben wird, ist mit Sicherheit das grandiose Essen. Streetfood Markets, Restaurants, es ist billig, irre gut und wahnsinnig vielfältig. Klar, Malaysia ist multi kulti – Chinesen, Inder, Perser, Araber… das alles spiegelt sich in der Vielfalt des Essens wieder und wird oft auch miteinander gemischt. Heraus kommt die malaysische Küche, die wir zuhause unbedingt nachkochen wollen. Vor allem diese genialen Dumplings, wegen denen wir zweimal dieselbe Straße aufsuchen:

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So, und jetzt noch was abgefahrenes. In Kuala Lumpur gibt es ein Einkaufszentrum, in dem im kompletten fünften Stock ein Indoor Vergnügungspark errichtet wurde.

Inklusive Achterbahn über das ganze Stockwerk.

Das ist spektakulär und haben wir so auch noch nie gesehen. Für alle die es mal dorthin verschlägt, das Shopping Centre heißt Berjaya Times Square.

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Dort findet man auch so ziemlich jeglichen Ramsch im unteren Preissegment. Es gibt mit Sicherheit schönere Einkaufszentren, aber zumindest sind die Läden authentisch. Und wenn man auf Schnäppchenjagd ist, genau das richtige. Zeit für eine Mani- und Pediküre denkt sich Simone und lässt sich für umgerechnet 7 € verwöhnen.

Noch ein kleiner Geheimtipp, den wir auch von unseren Freunden bekommen haben: schlendert ihr über den Kasturiwalk dann unbedingt einmal bei Youssuf halten und richtig den Bauch vollschlagen. Wir glauben, bei ihm kann man alles bestellen, es schmeckt wirklich grandios. Generell verfällt Simone in Kuala Lumpur in einen regelrechten Essensrausch, muss und will alles ausprobieren. Isst auch schon zum Frühstück die gleiche Menge, die ein Bauarbeiter vor einem anstrengenden Arbeitstag zu sich nehmen würde.

So zumindest die liebevolle Beschreibung von Tobias…

…der über den Essenswahn schön langsam schmunzeln muss. Ihre absolute Lieblingsspeise: ein traditionell malaysisches Dessert. Kokos Reismehl Rollen mit Rohrzucker Creme – himmlisch!!

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Was man auch auf keinen Fall verpassen sollte, sind die Batu Caves, etwa 15km außerhalb von der Main City. Wer auf Kitsch steht, wird es lieben. Die Batu Caves sind Kalksteinhöhlen und beherbergen mehrere Hindu-Tempel. Die größte ist die 100 Meter hohe sogenannte Tempel- oder Kathedralenhöhle, in der später mehrere Hindu-Schreine errichtet wurden. 272 steile Treppenstufen führen vom Vorplatz hinauf zum Eingang dieser Haupthöhle. Diese darf man nur betreten (so wie alle buddhistischen und hinduistischen Tempel) wenn die Beine und Schultern bedeckt sind. Dazu werden notfalls auch Tücher an die Touristen verteilt. Manchen ist das nicht so Recht, versuchen noch an den Securities in Shorts vorbei zu huschen. Der Sinn an solchen Aktionen bleibt uns bis zum Schluss unklar.

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Beeindruckend und quasi nicht zu übersehen ist die 42,7 Meter hohe Statue Murugans, die 2006 nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde.

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Neben den Einheimischen leben hier auch noch zahlreiche Makaken. Affen. Sie lassen sich von den Besuchern füttern oder bedienen sich auch einfach selbst, wenn diese nicht willig sind ihnen was abzutreten.

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Abends wollen wir noch eine andere empfohlene Streetfood Meile ausprobieren. Essenstechnisch wollen wir wirklich nichts auslassen. Blöderweise werden wir von einem Platzregen überrascht und müssen schnell Schutz in einer Bushaltestelle suchen. Wir, vier Chinesen und ein Einheimischer teilen uns den Platz und hoffen, dass dieser Regen bald nachlässt (was er eine Stunde später dann auch endlich tut). Die Chinesen sind aufgeregt, der einzige Mann in der Runde raucht in einer halben Stunde ca. eine halbe Schachtel Zigaretten. Weil ers kann. Dann kommt das ersehnte Taxi und holt sie ab. Der Einheimische, der bis dato neben Tobi sitzt redet hin und wieder mit sich selbst, verhält sich aber ansonsten ruhig. Das ändert sich, als wir nur noch zu dritt sind.

Plötzlich springt er nämlich auf, ballt seine Fäuste und stellt sich breitbeinig hin.

Erst fragt er Tobi, ob er mit ihm kämpfen möchte. Als dieser überraschenderweise verneint, fragt er Simone. Die verneint ebenfalls. Okeeeee. Interessant. Zumindest hat der Regen aufgehört und wir können das Weite suchen. Besser ist es, bevor er doch noch beschließt mit uns zu kämpfen, ob wir wollen oder nicht.

Und endlich können wir uns auch wieder dem Essen widmen: BBQ, Dumplings, Snacks, frische Früchte, Eiscreme – wir inhalieren die Köstlichkeiten regelrecht. Besonders spannend ist die Herstellung des Durian Eis, das wir uns zur Nachspeise gönnen. Durian ist übrigens eine besonders übel riechende Frucht. Vergleichbar mit faulen Eiern. Teilweise sind auch Durian Essensverbotsschilder aufgestellt, damit keiner auf die Idee kommt an manch öffentlichen Plätzen dieses Stinkteil aufzuschneiden. Aber zurück zum Eis: mit Stickstoff wird die Eisenplatte gekühlt. Darauf kommt eine flüssige Masse, die mittels Spachtel mehrmals gewendet wird.

So lange, bis es die Konsistenz von einem Eis erreicht hat. M&M’s und Orio Kekse drauf, fertig!

Am nächsten Morgen fahren wir ENDLICH wieder mal Bus. Lang, lang ist es her… nächster Stopp ist Georgetown. Die Hauptstadt der nordöstlich von Kuala Lumpur gelegenen Insel Penang. Bus fahren macht in vielerlei Hinsicht Spaß. Entweder sie sind auf arktische Grade runtergekühlt, sie sind unbequem und stinken oder sie fahren Stunden später ab als angekündigt. Letzteres passiert uns auf dem Weg nach Penang. Statt 9:30 wird es 11:30 Uhr. Nun ist es ja nicht so, dass wir im Stress wären. Andere Personen in dem Bus wiederum schon und die werden nach einer Stunde auch langsam ungeduldig. Nach zwei Stunden sucht Simone den Busfahrer auf und fragt ihn nach seinem Problem. Wie so oft, wollte er warten bis der Bus voll ist, entschließt sich dann aber doch loszufahren. Dann hält er auch noch an jeder popeligen Stelle an und am Ende sind wir 9 Stunden statt 5 unterwegs. Minimaler Unterschied – was sind schon 4 Stunden! Der Bus bringt uns nach Buttersworth, von da aus müssen wir die Fähre nehmen. Wir erspähen einen anderen Backpacker, der offensichtlich auch nach der Anlegestelle sucht. Wir verbünden uns und sind am Ende die nächsten sieben Tage gemeinsam unterwegs.

Auf Anhieb verstehen wir uns blendend: mit Jens aus der Schweiz.

Wir finden ein neues, günstiges, modernes und super gemütliches Hotel mit tollem Service. Und das beste: es ist sauber! Zu mehr als der Streetfood Straße einen Besuch abzustatten sind wir nach der Anreise nicht mehr fähig. Aber Malaysia hat uns mit dem Essenswahn infiziert und wir müssen alles, aber wirklich alles einmal ausprobieren. Wir entdecken den Nudelsuppen Stand und sind kaum noch davon wegzubringen, weil es so faszinierend ist. Die Suppen werden in Rekordzeit, wie am Fließband hergestellt. Und schmecken grandios!

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Beim Zurückgehen entdecken wir die schönen, beleuchteten buddhistischen Tempel und sind entzückt :-)

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Am nächsten Tag spielen wir mal „Super Touri“. Zu unserer Verteidigung: wir sind echt kaputt, möchten aber trotzdem etwas von der Stadt sehen. Jens geht es ähnlich und so starten wir gemütlich den Tag und schlendern zur Doppeldecker Busstation: Hop on Hop Off steht heute auf dem Programm. Hier ein paar Eindrücke unserer Tour:

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Offensichtlich hat uns die Busaktion träge gemacht. Denn wir wollen das 24 Stunden Ticket bis zur letzten Minute ausreizen und machen uns am nächsten Tag wieder auf dem Weg zur Station. Nur wir finden sie nicht mehr und irren ewig in der Stadt herum. Dann verpassen wir auch noch zwei Busse hintereinander (wie das passieren konnte? Das fragen wir uns auch) und haben durch diese Aktion so viel Zeit verloren, dass das Ticket verfällt. Großartig. Wir probieren es trotzdem beim nächsten Bus und lassen es drauf ankommen. Der gnädige Kontrolleur lässt uns durch.

Im Bus treffen wir auf den 65 jährigen Crazy Bill (wie wir ihn nennen) aus Toronto.

Eigentlich aus Südafrika, aber in jungen Jahren nach Kanada ausgewandert. Er schließt sich kurzerhand unserer Reisegruppe an, weil er gern in Gesellschaft ist. Ein echtes Unikat, welches ohne Probleme vier Stunden ohne Punkt und Komma reden könnte. Er ist pensionierter Lehrer und hat nun in seiner Rente das Allein Reisen für sich entdeckt. Seine Frau ist eher an Pilgerfahrten interessiert, als an Abenteuer Urlauben, deswegen hat er sich entschieden die Welt im Alleingang zu erkunden. Ein mutiger Schritt in dem Alter. Er hat sich ein Ipad zugelegt, um einerseits Fotos machen zu können und um andererseits auch mit Zuhause Kontakt zu halten. Wir müssen schmunzeln, wenn er aus den verschmierten Fenstern des Busses Fotos im Vorbeifahren knipst, die dann auch noch unscharf sind. Wir geben ihm ein paar Tipps und machen am Ende noch ein Selfie. Dass er die Linse auf sich selbst richten kann, wusste er noch nicht. :-)

Gemeinsam erkunden wir den Kek-Lok Si Tempel, eine chinesisch-buddhistische Kultstätte und einer der größten Tempel seiner Art in ganz Südostasien. Sein Name lässt sich mit „Tempel des höchsten Glücks“ übersetzen.

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Auch wir befinden uns in einem Zustand des höchsten Glücks. Diese Reise beschert uns so viele von diesen Glücksmomenten. Crazy Bill zeigt uns, dass es nie zu spät ist sein Leben komplett auf den Kopf zu stellen und in Jens haben wir nach zwei gemeinsamen Tagen schon einen Freund fürs Leben gefunden.

Abends landen wir wieder, ihr werdet es nicht glauben, in der Streetfood Meile. Es ist aber auch zu gut. Während wir gemütlich ein Appetizer-Bier trinken erleben wir ein Schauspiel, welches wohl auf der ganzen Welt zu sehen ist. Mann ist betrunken, Frau versucht Schlimmeres zu verhindern. Er denkt nämlich, dass er noch mit dem Moped fahren kann, sie weiß es besser. Er denkt, dass es cool ist mit allen Passanten High Five zu machen, sie weiß, dass es nicht so ist. Wir sind amüsiert, der Barbesitzer weniger. Der hat nämlich Angst um seine Gäste und will sie von dem Betrunkenen abschirmen. Jedes Mal also, wenn der Betrunkene Kontakt mit uns aufnehmen will, greift der Restaurantbesitzer ein und versucht ihn in der Landessprache zu verscheuchen.

Das geht soweit, dass er seinen Plastikstuhl zur Hilfe nimmt und ihm damit droht.

Frau versucht schlimmeres zu verhindern und zieht ihn immer wieder weg. Das geht eine Weile so weiter bis sie dann mit ihm an der Hand weiterzieht. Das machen wir jetzt auch, weil wir an unserem letzten Abend nochmal ein schickeres Restaurant ausprobieren wollen. Das Essen ist wieder unbeschreiblich gut!

Die kommenden Tage wollen wir am Strand, Pool und schönem Hotel verbringen. Bevor es für uns nämlich nach Myanmar geht, wollen wir uns nochmal erholen. Also geht es zusammen mit Jens nach Langkawi. Wir checken in ein schönes Hotel mit noch schönerem Pool ein und erfreuen uns des Lebens. Wir sind quasi nur noch im Wasser, machen Ballspiele, Tauchchallenges, Trinkabende mit tiefsinnigen Gesprächen (wir sind irgendwann auch Stammkunden und kriegen auch außerhalb der Happy Hour noch Happy Hour), gehen Jetski fahren, leihen uns ein Moped und erkunden die Insel, gehen toll essen (zwei Mal in das selbe indische Restaurant, weil es so genial schmeckt), zocken Tischtennis und ja essen viel und gut! Traumhaft!

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Wir fühlen uns auch ein bisschen wie VIP’s, da Simone seit dem Einchecken von einer Horde Chinesinnen belagert wird. Diese machen jederzeit und ungefragt Fotos von ihr und würden sie am liebsten mit Nachhause nehmen :-)

So, wir sind jetzt sowas von entspannt und bereit für das Myanmar Abenteuer. Da kommt der Tourismus nämlich erst langsam ins Laufen – was wiederum noch nen Ticken mehr Ursprünglichkeit bedeutet.

Und den lieben Jens besuchen wir bald in der Schwiz!