Wir landen bei 38 Grad in Yangon und direkt vor dem Flughafen sticht sofort eines ins Auge: alle Männer sowie die Frauen tragen eine Art Rock, ein großes Tuch, vorne zusammen gebunden. Es nennt sich „Longyi“ und sieht sehr bequem aus! Auch wir werden ihn noch für uns entdecken! Mit dem Taxi fahren wir für umgerechnet 7,5€ fast eine Stunde lang ins Zentrum der Stadt. Wir haben Glück, denn unser Taxifahrer spricht gutes Englisch, ist auskunftsfreudig und sehr sympathisch. Er erzählt uns schon vorab viel über Land und Leute. Auch das fällt uns sofort auf: die Leute schenken einem hier gerne ein Lächeln, Freundlichkeit scheint hier ein ungeschriebenes Gesetz.

Wir lieben Myanmar jetzt schon! :-)

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Von 1962 bis 2011 stand das Land unter einer Militärherrschaft. Vor fünf Jahren wurde erstmals ein ziviler Präsident ernannt. Ganz aktuell, im März 2016, wurde das erste Mal ein ziviles Staatsoberhaupt demokratisch gewählt und steht nun dem Land vor. Somit ist der Übergang von einer Militärdiktatur in eine Demokratie endgültig besiegelt. Ein großer Meilenstein für die Einwohner!

Die Hauptstadt Yangon pulsiert, hier leben ca. 5,2 Millionen Menschen, der Verkehr ist schrecklich chaotisch und an jeder Ecke sitzt jemand und verkauft irgendetwas: Getränke, frisches Essen, Souvenirs, Gewürze und auch sonst alles, was man sich vorstellen und nicht vorstellen kann.

Wir merken schnell, dass der Hygienestandard in Myanmar (früher Burma genannt) unterirdisch ist.

Alles ist irgendwie schmuddelig, staubig und oft sehr, sehr dreckig. Das zieht natürlich auch massenhaft Ratten und Kakerlaken an – Tiere, mit denen man sich wohl nie anfreunden wird. Aber die Stadt hat Charme und die Menschen sind irre freundlich, da sieht man über die anderen Dinge schon mal hinweg.

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Am Abend treffen wir auf zwei Freunde aus München, Quentin und Lisa, die parallel zu unserer Weltreise eine große Asienreise machen. Wir haben uns fast acht Monate lang nicht gesehen, freuen uns natürlich riesig sie zu sehen – und zu erzählen haben wir uns auch einiges! Zwei Wochen werden wir nun gemeinsam mit ihnen durchs Land reisen. Auf unsere Reunion müssen wir dringend anstoßen und das „Myanmar“-Bier fließt in Strömen – ein wirklich gutes Bier. Zu gut. Am nächsten Tag meldet sich leider der Kater… aber wer feiern kann, kann auch Sightseeing machen :-)

Wir schlendern durch die Stadt und saugen die Atmosphäre auf, es ist ein krasser Unterschied zu allen Ländern, die wir bisher auf unserer Reise besucht haben. Myanmar ist einzigartig! Die Sule Pagode glitzert golden und erhaben in der Sonne, der Kreisverkehr um sie herum ist vollgestopft mit Autos, im dahinter liegenden Maha Bandula Park gönnen wir uns etwas Schatten unter dem Obelisken. Dieser wurde errichtet, um an die Unabhängigkeit von den Briten seit dem Jahr 1948 zu gedenken.

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Den beiden Mädels Simone und Lisa fällt beim Laufen durch die Stadt auf, dass fast alle Frauen eine gold-braune Farbe auf den Wangen und auf der Stirn haben. Was ist das wohl? Wir erfahren, dass es sich um eine Paste handelt, die aus der zerriebenen Rinde und dem Mark des Thanaka-Baumes hergestellt wird. Vermischt mit Wasser wird es zum Teil detailverliebt und künstlerisch auf die Haut aufgetragen.

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Es ist auch Kosmetik und Kunst, aber in erster Linie dient die Paste als Sonnenschutz.

Auch einige Männer sieht man mit goldenen Backen. Es sieht irgendwie hübsch aus und ist offensichtlich ein wichtiger Teil der hiesigen Kultur.

Das wichtigste Gebäude in Yangon (und wahrscheinlich auch in ganz Myanmar) ist der Shwedagon. Eine riesige religiöse Tempelanlage, dessen Zentrum eine komplett mit Blattgold bedeckte Pagode bildet. Angeblich ist der Shwedagon über 2.500 Jahre alt, die Pagode besteht aus über 13.000 kleinen Goldplatten und an der Spitze befindet sich ein 76-karätiger Diamant.

Ein Anblick, den man erst einmal auf sich wirken lassen muss.

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Die Sonne spiegelt sich so stark an dem ganzen Gold, wir können kaum hinsehen! Die gesamte Anlage glitzert und glänzt, es ist ein magischer Ort, man spürt die religiöse Verbundenheit der anwesenden Gläubigen. Knapp 90% der Bevölkerung sind Buddhisten. Um rein zu dürfen muss man – wie in allen Tempeln – die Schuhe ausziehen und den Körper bedecken. Für Quentin und Tobi bedeutet das: einen Longyi kaufen! :-) Sieht cool aus, trägt sich gut und wird Zuhause in Zukunft die Jogginghose ersetzen! Auch die Mädels berappen 2€, damit Beine und Schulter bedeckt sind: freie Haut zeigen wird nicht toleriert. Wir werden oft angestarrt und umkreist, offenbar sehen viele Einheimische selten weiße, westliche Menschen. Manche wollen Fotos mit uns machen (vor allem mit Simone und Lisa) und wir posieren geduldig. Auch wenn von der 10-köpfigen Familie jeder ein Einzelfoto will. Ein lustiges Schauspiel :-)
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Aber auch wir sind fasziniert von den Einheimischen und so will Tobi unbedingt ein Foto mit zwei netten jungen Mönchen machen, die gerade an uns vorbeischlurfen. Anfangs lächeln und strahlen sie noch, aber sobald man auf den Auslöser drückt, verfinstert sich ihre Miene. Auch das passiert öfter. Offensichtlich haben die Burmesen das noch anders gelernt. Ein älterer Mönch winkt Tobi zu sich und streckt ihm die Hand entgegen. Minutenlang gibt er ihm einen sehr festen Händedruck und lässt ihn fast nicht mehr los.

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Abends genießen wir die Restaurants auf der Straße, die wirklich hervorragendes Essen anbieten. Unser Favorit: Hühnchen in Zitronensoße mit Knoblauch. Göttlich! Man könnte sich reinlegen, so gut schmeckt das. Die können hier wahrlich mit Gewürzen umgehen! Am nächsten Tag, es ist wahnsinnig heiß, beschließen wir, mit dem empfohlenen „circle train“ zu fahren. Das ist ein Zug, der in beide Richtungen einmal um die Stadt fährt und von dem aus man einen guten Rundumblick bekommt. Fährt ist vielleicht zu viel gesagt, er kriecht eher.

Der Zug ist uralt, wackelt wie eine Kutsche und hat keine Scheiben.

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Aber das sorgt wenigstens für ein laues Lüftchen! Es ist ziemlich dreckig, voller Leute und wir vier weiße Touristen mitten drin. Ein Bild für die Götter. Bis auf zwei andere Touris, fahren ausschließlich Einheimische mit. Die haben meistens Flip Flops an oder gehen gleich barfuß. An schmutzigen Füßen stört sich hier keiner. Im Zug wird alles transportiert, was es gibt: frisches Essen, Möbel, riesige Säcke voller Gewürze und sonstige Leckereien. Ein reger Handel findet statt, wir kaufen gegrillte Maiskolben und sorgen damit bei den Einheimischen für lautes Gelächter.

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Warum? Die Art, wie wir sie essen amüsiert sie anscheinend prächtig. Wir nagen sie rundherum ab, die Burmesen reißen die einzelnen Körner ab und stecken sie erst dann in den Mund. Uns dauert das zu lange und unhygienische ist es obendrein. Aber jeder wie er will. Was am Ende mit dem Abfall gemacht wird? Genau, aus dem Fenster werfen – wie die Einheimischen es mit allem tun: Kein Wunder, dass die Gleise so verschmutzt sind. Überall liegt Plastikmüll, dazwischen leben Leute und Straßenhunde am Rand der Gleise. Ein kleines Mädchen hat einen Narren an Simone gefressen und strahlt sie die ganze Fahrt lang an.

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Es ist natürlich aufregend, zum ersten Mal eine weiße Frau zu sehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt! 

Irgendwann steigen wir aus, an einem Markt direkt an den Gleisen. Ein Tourist sieht uns hinterher und wünscht uns noch viel Glück. Wir sind hier definitiv die einzigen Touristen und betrachten das Chaos: Reis oder Fisch liegt auf den Dächern oder der Straße, um von der Sonne getrocknet zu werden. Die Fliegen umschwirren frisches Obst und Gemüse, das bei der Hitze wahrscheinlich nicht lange überleben wird. Plastikflaschen werden ausgewaschen und mit neuem Wasser gefüllt. Garantiert keimfrei!

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Es dauert nicht lange, da scharen sich die Kinder um uns, verfolgen unsere Tour durch den Markt und auch sonst starren uns alle an. Essen wollen wir hier nichts, wir spüren förmlich wie unser Magen rebelliert. Zurück in Yangon schnabulieren wir gutes indisches Essen und genießen den letzten Abend in der Metropole. Gut ist es, aber irgendwas stimmte mit dem Fleisch dennoch nicht. Simone spürt zum ersten Mal, dass das Essen hier mit Vorsicht zu genießen ist. Bauchschmerzen setzen ein und sie wird für die restliche Zeit in Myanmar zur Vegetarierin.


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Unser nächstes Ziel ist der Golden Rock, eine wichtige buddhistische Pilgerstätte. Die Busfahrt dorthin dauert fünf Stunden, wir kommen erschöpft in einem kleinen Örtchen an. Sofort werden wir von einem lustigen Kauz begrüßt: er trägt natürlich einen Longyi, dazu ein weißes Unterhemd, hat ein 6 cm langes Haar am Kinn, eine verrückte Frisur und kaut die Nationaldroge Nummer 1, die rote Betelnuss. Davon hat er auch die dunklen, roten, und vor allem kaputten Zähne: die Burmesen geben gelöschten Kalk auf ein grünes Blatt des Betelpfeffers und geben dann die zerkleinerte rote Betelnuss dazu. Je nach Wunsch werden Anis oder Tabak beigefügt.

Das Ganze wird stundenlang gekaut, der blutrote Speichel wird einfach auf die Straße gespuckt.

Ekelhaft! Angeblich kauen mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung auf dem Zeug rum, es soll stimulierende Wirkung haben. Nur leider sehen die Menschen damit aus, als wären sie Zombies. Rot-braun gefärbte Zähne sehen nicht sehr vorteilhaft aus. Quentin und Lisa probieren es aus und spucken die Masse nach weniger als 30 Sekunden in den Müll. Laut ihrer Beschreibung schmeckt das Ding nach Seife.

Der lustige Kauz zeigt uns ein Hotel und will uns bei allen anderen Problemchen auch helfen: ein richtiger Geschäftsmann! Von nun an steht er mit Rat und Tat zur Seite, wenn wir Bier kaufen wollen, Bustickets oder ein nettes Restaurant benötigen. Einfach Mr. Myanmar fragen!

Wir beziehen das Hotel, spielen am Abend Karten und prompt laufen einige Kakerlaken unter unserem Tisch durch. Eine richtige Wohlfühl-Atmosphäre! Als Tobias kurzzeitig die Toilette aufsuchen muss und in unserem Zimmer verschwindet (das er sich übrigens ausgesucht hat, weil er eine gute Aura gespürt hat) sieht er eine gefühlt 7 cm große Kakerlake im Bad! Und lässt dann auch noch die Tür offen, damit die Kakerlake schön ins Schlafzimmer spazieren kann.

Spätestens jetzt freut sich keiner mehr auf den erholsamen Schlaf…

Am frühen Morgen geht es mit einer holprigen Busfahrt hoch auf den nahe gelegenen Berg, zum Golden Rock. „Busfahrt“ ist das falsche Wort: es handelt sich um einen Lkw mit niedriger Pritsche, auf der ein paar Bänke angeschraubt wurden. Dicht gedrängt sitzen wir mit 56 Burmesen und rasen die Serpentinen hoch. In den Kurven sind wir sicher, dass der Wagen jeden Moment kippt! Jetzt kann uns nur noch Buddha helfen! :-)

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Oben angekommen ist die Enttäuschung groß: die riesige Pilgerstätte ist zwar interessant zu betrachten, mit all den einheimischen Gläubigen, aber die Hauptattraktion, die Kyaiktiyo Pagoda auf dem goldenen Felsen ist komplett verdeckt! Restaurationsarbeiten, wie schade! Das haben die Schlitzohren unten im Ort natürlich nicht erwähnt :-) Auch den Felsen kann man überhaupt nicht sehen, er ist von einem Bambusgerüst verhüllt. Das besondere an dem Stein wäre eigentlich, dass er riesig ist, komplett golden angemalt und am Rande des Berges steht. Es sieht so aus, als ob er jeden Augenblick ins Tal kullern würde. Auf dem Stein steht eine goldene Pagode.

Die Buddhisten sagen: der Anblick dieses Felsen, der die Erdanziehungskraft außer Gefecht zu setzen scheint, genügt, um jeden zum Buddhismus zu bekehren.

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Uns leider nicht, weil wir ihn wie gesagt nicht sehen können :-) „Dann will ich ihn zumindest berühren“ denkt sich Simone und kommt ihrem Zielobjekt immer näher. Da halten sie die Männer zurück und erklären: „hier dürfen nur Männer rein“. Frauen sind im Buddhismus das Geschlecht zweiten Ranges. Nur als Mann kannst du das Level eines Buddhas erreichen, wenn du dich aber anstrengst, wirst du vielleicht im nächsten Leben als solcher geboren… Simones Ansichten dazu sparen wir uns an dieser Stelle lieber!

Per Bus geht es nach Bago, wo wir im besten Hotel der Stadt (nur 9000 Kyat pro Nacht = 7€) unterkommen. Trotzdem ist es extrem schmuddelig, nicht einmal die Dusche funktioniert! Hier ist der Tourismus noch nicht weit fortgeschritten und Gelder für Investitionen fehlen offensichtlich an jeder Ecke. Wir mögen Bago trotzdem, was auch daran liegt, dass wir einen sehr coolen Einheimischen kennen lernen, der zusammen mit seinem Bruder Touren im Tuk-Tuk anbietet. Wir sind sofort begeistert und nehmen uns einen Tag Zeit, um Bago und die umliegenden Pagoden zu erkunden. Schnell lernen wir die Basics der Sprache: „Ché Zu Bé“ heißt Danke, „Mingalaba“ bedeutet Hallo und „Barome“ Auf wiedersehen.

Die Einheimischen freuen sich immer, wenn wir sie mit unseren Sprachkenntnissen beglücken!

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An einer Pagode lernen wir, dass jeder Wochentag für ein Tier steht. Beispielsweise der Montag für den Tiger. Jeder Tag hat in großen Pagoden einen Schrein in einer Ecke, wo auch das Tier verewigt ist. Als Gläubiger betet man dann in jener Ecke, die auch zum Geburtstag passt. Wir lernen außerdem, dass in Myanmar am 17. April das Neujahrsfest gefeiert wird.

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Nebenan spielen junge Mönche Fußball. Einer davon erspäht uns und kommt auf uns zu. Sein Englisch ist sehr schlecht, aber wir versuchen uns eine Weile mit Händen und Füßen zu unterhalten. Wir deuten seine Gesten als Einladung mit ihnen mitzuspielen und da dauert es auch nicht lange da kicken Quentin und Tobias mit den Jungs auf dem harten Lehmboden. Der Ball hat zwar keine Luft drin und ist von der Sonne steinhart, aber es macht trotzdem viel Freude und am Ende gibt es sogar ein Mannschaftsfoto!

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Wir besteigen die höchste Pagode der Welt (114 m hoch, Shwemoro genannt, größer als der Shwedagon). Besser gesagt tutn das nur die Männer. Die Frauen dürfen nur bis zum zweiten Stock, weshalb Simone und Lisa aus Gründen des Stolzes erst gar nicht hochlaufen. Sie verbringen mit hitzigen Diskussionen ihre Zeit und machen wieder ein paar Fotos mit den Einheimischen.

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Danach besuchen wir noch eine Zigarrenfabrik, in der per Hand viele Geschmackssorten hergestellt werden.

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In einem Schlangentempel liegt die heilige Boa, die 5m lang ist und von den Leuten angebetet wird. Sie ist die Reinkarnation des Vaters der Prinzessin… oder irgendwie so. Die Menschen legen jedenfalls bereitwillig das Geld auf ihr ab.

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Um Mitternacht kriegt sie ein Huhn zu essen – hartes Leben :-)

Unglaublich beeindruckt sind wir von einem 55m langen, liegenden Buddha. Geschätzte 10 m hoch ist es ein von weitem sichtbares Monument für alle Buddhisten.

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Nach so vielen Erlebnissen neigt sich der Tag langsam dem Ende zu. Kurz geht noch das Tuk-Tuk kaputt, was uns veranlasst eine frische Kokosnuss zu schlürfen. Der beste Tourguide in ganz Myanmar kriegt es aber wieder zu laufen und bringt uns zur Bushaltestelle.

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Dort wird schon wieder gespielt. Dieses mal Chinlone: ein über 100 Jahre altes Ballspiel, bei dem 5-6 Leute im Kreis stehen und einen kleinen Ball (handgemacht aus Rattan, extrem leicht und widerstandsfähig) hochhalten.

Fällt der Ball auf den Boden, startet das Spiel von neuem.

Tobias ist gleich Feuer und Flamme, spielt mit und muss sich aber eingestehen, dass die Burmesen um Welten besser sind als er. Dennoch kann er ganz gut mithalten und vertreibt sich so die Stunde Wartezeit buchstäblich spielend.

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In einem auf 16 Grad Celsius runter gekühlten Nachtbus (warum zum Teufel macht man das? Derselbe Schwachsinn wie in Südamerika…) geht es Richtung Inle See. Trotz Decken und Nackenkissen kommen wir verspannt und vor allem unterkühlt in unserem Hotel an. Wer in solchen Bussen nicht krank wird, der lügt :-)

Unser Hotel am Inle See ist zum Glück sehr schön, hat einen Pool und eine äußerst herzliche Rezeptionistin! Den nächsten Tag entspannen wir tagsüber, denn wir merken alle vier, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Außerdem sind wir abends mit lang ersehnten Freunden aus München, Sonja und Michi, verabredet. Genau, von nun an ziehen wir als Sixpack durch die Lande. In einem tollen Restaurant, mitten in der Natur (#1 am Inle See ) treffen wir uns alle zum Abendessen. Ein lustiges Wiedersehen bei Bier, gutem Speisen und Geschichtenerzählerei.

Der Inle See ist 22 km lang und 10 km breit, unglaublich riesig. Dabei nur 1 bis 2 m tief, je nach Jahreszeit.

Wir buchen ein Boot und holen die anderen beiden Freunde aus München in ihrem Hotel direkt am Wasser ab. Die Boote sind aus Holz und sehr lang (6-12 m). Man sitzt hintereinander, der Motor sitzt im Heck und die kleine Schraube kann per Hand ins Wasser gelassen werden. Bei Vollgas spritzt eine große Fontäne aus dem Wasser!

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Es macht Spaß, durch das Schilf, durch landwirtschaftlichen Anbau, neben Hütten auf Holzpfählen und Pagoden durchzufahren. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken. Man bringt uns zu einer Webstube, in der Lotus verarbeitet wird – eine absolute Rarität und einzigartig in der Gegend. Wir lernen…

… „more washing, more soft“ (je öfter er gewaschen wird, desto weicher wird das Material)

… und ziehen weiter in eine Zigarrenproduktion, zu einer Pagode mit goldenen Steinen und noch weiteren Stationen.


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Zwischendurch spielen wir mal wieder mit Einheimischen eine Runde Chinlone, der wirklich populärste Zeitvertreib für jung und alt! Tobi kann nicht widerstehen und kauft sich für 1,5€ auch einen Ball für zu Hause. Am Abend geht es noch mal etwas raus in einen Ausläufer des Sees, teilweise gibt es kleine Staudämme von 25 cm, die das Boot aber locker hoch und runter meistert.

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An einer Flussbiegung wäscht sich eine junge Dame ihre Haare, 200 m weiter putzt ein Junge sein Motorrad mitten im Fluss. Und daneben fährt ein Mann gerade mit seinem Auto rückwärts hinein und will es dem Jungen gleichtun. Weitere 30 m weiter hinten baden junge Kinder, tauchen und toben im Wasser herum. Das alles passiert im selben Gewässer!

Ja, was einen nicht umbringt, macht einen härter!

Wir marschieren im Abendlicht auf einen Hügel, auf dem zerfallene Pagoden stehen. Teilweise noch golden angemalt, teilweise komplett zerfallen. Ein erhabener Anblick, vor allem mit dem See und den zahlreichen Pagoden im Umland. Wir haben noch nie so viele religiöse Stätten auf einem Haufen gesehen! Im Sonnenuntergang besonders kitschig und schön.

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Der nächste Tag bringt den nächsten Ort: per idyllischer, langsamer und schwankender Zugfahrt tuckern wir nach Kalaw. So sieht man Land und Leute am entspanntesten: einfach aus dem Fenster schauen! Das gebuchte Hotel versteckt sich im Ort, wir latschen mit unseren Rucksäcken lange Zeit durch die Gegend und kriegen widersprüchliche Richtungen angesagt.

Der Asiate an sich sagt lieber was Falsches bevor er sich als Unwissender outet.

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Nach 40 min kommen wir aber dann doch noch an, das Hotel ist leer, aber schön. Und ganz schön kalt – wir haben immerhin 500 Höhenmeter zurück gelegt!

Im Ort gibt es den „golden Buddha Temple“ mit vielen Pagoden und noch mehr goldenen Buddhas, die in den Höhlen des Berges untergebracht sind. Auch zu einem Kloster auf dem Hügel spazieren wir hoch und kriegen prompt was von den weiblichen Mönchen zu essen – kostenlos! Aber bei uns allen rumort der Magen schon seit geraumer Zeit, also greifen wir lieber nicht zu. Dennoch eine nette Geste, Religion steht hier über allem…

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Durch Zufall geraten wir wenig später auch noch in eine Hochzeitsgesellschaft, die vor allem eines macht: viel Krach! :-) Eine tolle Szenerie, die Leute akzeptieren uns mitten in der Karawane und wir treiben einfach mit ihnen, den Pferden und geschmückten Autos mit.

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Zurück im Hotel, eingepackt in langen Hosen und Pullovern, spielen wir unser neues Lieblings-Kartenspiel: Shithead! Wer am Ende die meisten Karten übrig hat, hat verloren und ist damit der äußerst unbeliebte „Shithead des Abends“!

Am Busterminal am nächsten Morgen fragt sich Tobias, wie das Spiel seines Lieblingsvereins Juventus Turin gegen den FC Bayern wohl gelaufen sein mag. Er entdeckt einen Burmesen im FCB-Trikot und fragt ihn, ob er das Spiel gesehen habe. Trotz Übersetzungshilfe durch einen englisch sprechenden Mitarbeiter versteht der angebliche Fußballfan überhaupt nicht, was Tobi will. Offensichtlich ist ihm auch nicht bewusst, was für ein Trikot er da trägt. Sei’s drum, im Bus entdeckt er einen Deutschen, ebenfalls im FCB-Trikot, der ihm das bittere Aus durch ein 4:2 im CL-Achtelfinale erklärt.

Der Bus rollt, auf geht’s nach Bagan! Eine Stadt in der vielleicht bekanntesten Region Mandalay, in der Mitte des Landes. Hier gibt es sage und schreibe über 2000 Tempel, Pagoden und Klöster. Ein unvorstellbarer kultureller und religiöser Schatz! Steht man hoch oben auf einem Tempel und blickt über das Land, sieht man unzählige Bauwerke, teilweise nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Wir leihen uns Elektromopeds aus, die knapp 50km/h schnell fahren, um all die Tempel zu besuchen.

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Manche Tempel sehr hoch und man kann das gesamte Land überblicken, manche sind innen hohl, man kann rein gehen und die liegenden oder stehenden Buddha-Statuen bewundern. So viele religiöse Besucher auf einem Haufen, Einheimische wie Touristen, ein interessanter Anblick. Zum ersten Mal haben wir das Gefühl, in einer touristischen Ortschaft gelandet zu sein, hier ist der Fremdenverkehr relativ gut entwickelt. Das merkt man auch daran, dass kleine Kinder einem Dinge verkaufen wollen: selbst gemachte Postkarten, Buddha-Statuen, Schals, Longyis oder sonstige Andenken. Sie können sogar in mehreren Sprachen „Hallo“, „Danke“, „Wie geht’s?“ usw. sagen. Sehr gewieft! Ein kleiner Junge will uns unbedingt Postkarten aufschwatzen, geht mit dem Preis sogar um 80% runter. Quentin erbarmt sich und kauft ihm zum vollen Preis was ab, damit er endlich Ruhe gibt. Simone durchwühlt den Stand mit den Longyis, winkt aber dann doch ab.


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Im Restaurant gibt es dann die ersten Anzeichen einer allgemeinen Erkrankung unserer Reisegruppe: Schwäche, Fiebrigkeit und der Drang zur Toilette machen sich bei einigen bemerkbar. Die Hygiene bzw. die Wasserqualität ist hier eben nicht mit dem europäischen Standard zu vergleichen. Das Essen schmeckt zwar immer sehr gut, aber irgendwo haben wir uns wohl was eingefangen.

Wenn man im Restaurant zahlen möchte, muss man übrigens eine Art Schmatz- oder Knutschgeräusch machen, dann kommt der Service angerauscht.

Das machen wir dann auch und düsen lautlos auf unseren Mopeds zurück ins Hotel mit Pool, um uns abzukühlen. Der eine oder andere von uns wohnt zwischendurch auf der Toilette…

Ein absolutes Muss ist in Bagan, sich den Sonnenuntergang oder den Sonnenaufgang anzusehen. Wir machen beides und beides ist die Mühe wert! Die goldrote Sonne senkt sich langsam über all den Tempeln und taucht sie in ein mystisches Licht. Traumhafte Anblicke in gold-rot-braun, die man so schnell nicht vergisst.

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Auch hier treffen wir auf fleißige Kinder, die ihre selbst gemalten Postkarten und anderen Kram verkaufen wollen. Ein besonders zuckersüßes Mädchen (ca. 7 Jahre jung) lässt nicht locker und preist ihre Ware an. Ihr noch jüngerer Bruder ist nicht minder lieb und Tobias bricht es das Herz, nachdem sie von 3000 Kyat auf 500 Kyat runter gegangen sind, weil er nicht kaufen will. Er gibt beiden jeweils 2000 Kyat (1,5 €) und darf nun fünf selbst gemalte Postkarten sein eigen nennen. Die nette Momo, so der Name des Mädchens, bleibt uns allen bestimmt lange in Erinnerung – ein typisches Beispiel für einen freundlichen, netten, sympathischen und gut gelaunten Einheimischen!

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Am nächsten Morgen treffen wir uns noch für den Sonnenaufgang, bei dem wir gleichzeitig unsere beiden Freunde Sonja und Michi verabschieden, die an den Strand im Nordwesten von Yangon fliegen. Ein coole Woche zu sechst neigt sich dem Ende zu!

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Am nächsten Tag sind wir alle platt und immer noch angeschlagen vom Essen oder vom Wasser. Die beiden Mädels, auch wenn sie halb krank sind, besuchen noch Old Bagan, die beiden Jungs bleiben im Hotel und am Pool.

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Das letzte Dinner genießen wir nur mäßig, die Mägen vertragen noch nicht so viel… Ein paar Runden Shithead trösten aber darüber hinweg.

Wie passend der Name des Spiels zur aktuellen Situation ist, fällt uns jetzt erst auf :-)

Simone und Tobias machen sich auf nach Yangon, Quentin und Lisa verabschieden wir Richtung Thailand, wir werden uns erst in Europa wieder sehen! In Yangon angekommen, bringt uns ein netter Taxifahrer zu einem kleinen Airport-Hotel, wir müssen am nächsten Tag sehr früh fliegen. Der Besitzer erweist sich genauso wie der Taxifahrer als äußerst freundlich. Er empfiehlt uns ein Restaurant nebenan, in dem nur Einheimische verkehren. Deshalb schreibt er uns auf einen Zettel auf Burmesisch auf, was wir essen wollen, damit wir es im Restaurant einfach dem Kellner zeigen können. Vor Ort empfängt man uns herzlich und die Botschaft kommt an. Wir bekommen eine Gemüsesuppe, Hühnchen mit Reis, eine Cola und ein Bier. Schmeckt super! Das Ganze für sagenhafte 4,2 €. Als wir dem Kellner Trinkgeld geben, kann er es kaum glauben und bedankt sich überschwänglich. Die Burmesen sind einfach ein wahnsinnig nettes und freundliches Volk, so macht man gerne Werbung in der Welt, dieses einmalige Land und vor allem die Leute zu besuchen! Alle Infos zu diesem Land hier:

Der Tourismus hilft bestimmt, die Tür zur Demokratie weiter aufzustoßen.

Man kann nur hoffen, dass langfristig nicht nur die Reichen und alteingesessene Militärgeneräle das größte Stück vom Kuchen erhalten.

Für uns heißt es am nächsten Tag: „Take off!“ nach Doha, Qatar. Da unser Flug sowieso über den Wüstenstaat geht, entscheiden wir uns dafür, gleich ein paar Tage bei Bekannten zu verbringen, die uns freundlicherweise in ihrer Wohnung aufnehmen. Das allerletzte Kapitel unserer Weltreise liegt vor uns: Doha, der Austragungsort der Fußall-WM 2022!